DSW Immobilienfonds Niederlande 5 GmbH & Co. KG

Aktuelle Situation des Fonds/Hintergründe 

Der Fonds wurde im Jahre 2004 von der NORDCAPITAL Emissionshaus GmbH & Cie. KG (vormals NORDCAPITAL Gesellschaft für Unternehmensbeteiligungen mbH & Cie. KG) aus Hamburg aufgelegt. Die Kapitalanleger beteiligten sich mit einer Mindestbeteiligungssumme von 15.000,00 € zzgl. 5 % Agio als Direktkommanditisten oder als Treugeber über die NORDCAPITAL Treuhand GmbH & Cie. KG (vormals HST Hamburger Sachwert Treuhand GmbH & Cie. KG). 

Unternehmensgegenstand der Fondsgesellschaft sollte der Erwerb und die Vermietung von drei Bürogebäuden in den Niederlanden (in Amersfoort, Weert und Deventer) sein. Der Mieter der Immobilie in Amersfoort, die IT-Firma PinkRoccade, wurde im Frühjahr 2005 von der Firma Getronics übernommen. Die beiden anderen Mieter FNV Bondgenoten und FNV Bouw sind große niederländische Gewerkschaften.

Der Fondsprospekt wirbt mit steigenden Ausschüttungen in Höhe von anfänglich 8,0 % bis zu 8,5 %. Bis 2010 konnten die Ausschüttungen noch bei prospektierten 8,0 % gehalten werden, im Jahre 2011 fielen sie jedoch auf 3,0%. 

Aktuell (Stand: 27.02.2012) erzielen Fondsanteile an dem DSW Immobilienfonds Niederlande 5 GmbH & Co. KG am Zweitmarkt auch nur noch einen Kaufpreis in Höhe von 57 % ihres Nennwerts.

Keine Aufklärung über Kick-Back-Zahlungen 

Aus dem Verkaufsprospekt geht nur hervor, dass die NORDCAPITAL Gesellschaft für Unternehmensbeteiligungen mbH & Cie. KG „für ihre Leistungen im Zusammenhang mit der Eigenkapitalbeschaffung sowie für vorbereitende Vertriebsmaßnahmen“ - also die Einwerbung von Kapital durch Beitritte von Anlegern - eine Vergütung in Höhe von € 607.500 sowie das von den Anlegern zu zahlende 5 %ige Agio (weitere € 607.500) erhalten sollte. Dabei handelt es sich schlicht gesagt um die Vergütung für den Vertrieb der Anteile. Gemäß § 8 Nr. 1 des Gesellschaftsvertrages durfte die NORDCAPITAL auch Dritte mit dem Vertrieb beauftragen. Mit den betreffenden Firmen und Personen wird die NORDCAPITAL gesonderte Vergütungsvereinbarungen geschlossen haben. Derzeit gehen wir davon aus, dass in den Vertrieb u. a. die Deutsche Bank und die Hamburger Sparkasse eingebunden waren. Diese Kreditinstitute haben für die Vermittlung der Anteile aller Wahrscheinlichkeit nach erhebliche Vergütungen erhalten. Die Deutsche Bank hat für den Vertrieb eines Nordcapital Fonds sogar schon einmal Provisionen in Höhe von 13 % kassiert (Quelle: www.handelsblatt.com).

Der Aspekt des Vertriebs der Beteiligungen über Banken ist für Anleger interessant. Denn bankgebundene Berater sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes verpflichtet, ihre Kunden darüber zu informieren, dass sie für die Vermittlung der Beteiligung eine Vergütung erhalten. Dies geht aus einem Beschluss des BGH vom 09.03.2011 (XI ZR 191/10) hervor. Bekommt die Bank eine Vergütung aus den im Prospekt offen ausgewiesenen Vertriebskosten, ohne dass sie explizit als Empfänger aufgeführt wird, handelt es sich bei diesen Zahlungen um aufklärungspflichtige Rückvergütungen („Kick-Backs“). Eine hinreichende Aufklärung über die Zahlung von Rückvergütungen an eine Bank findet sich nach aktuellen Kenntnisstand auch in dem Verkaufsprospekt des DSW Immobilienfonds Niederlande 5 GmbH & Co. KG nicht. 

Den Anlegern, die die Fondsbeteiligung über einen Bankberater erworben haben, ohne dass sie über die Provisionszahlungen an die Bank aufgeklärt wurden, dürften daher Schadensersatzansprüche gegen die Bank zustehen.

Hinweis für Anleger

Die vorstehenden Informationen können eine ausführliche, auf den konkreten Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung nicht ersetzen. Falls Sie sich an dem DSW Immobilienfonds Niederlande 5 GmbH & Co. KG beteiligt haben und Sie mit der Entwicklung des Fonds unzufrieden sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre Ausstiegsmöglichkeiten von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen. 

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Fragebogen ausfüllen oder uns auch über die Telefonnummer 0211 69002-60 direkt telefonisch kontaktieren.