European Real Estate GmbH & Co.

Nr. 1 KG

Dieser Fonds der KGAL aus Grünwald wurde erstmals im Februar 2007 öffentlich angeboten und sollte bis Ende September 2007 voll platziert und geschlossen werden. Eine Verlängerungsoption bestand bis Ende März 2008 für den Fall, dass das angestrebte Investitionsvolumen zwischen 50 und 250 Mio. EUR nicht erreicht würde. Bei diesem Fonds, der auch als Immobilienfonds bezeichnet wird, handelt es sich eigentlich um einen Dachfonds. Denn der Fonds selbst investiert nicht direkt in Immobilien, sondern in mindestens zwei Zielfonds, die ihrerseits Immobilien erwerben sollen. Die Zielfonds arbeiten nach dem „Value Added Prinzip“, d. h. sie sollen „unterbewertete“ Immobilien erwerben, sanieren und anschließend weiterverkaufen. Die in Frage kommenden Immobilien wurden vorab nicht abschließend und verbindlich festgelegt. Die Gesellschafter haben hinsichtlich der Auswahl der Objekte keine Mitspracherechte. Daher war und ist dieser Fonds mit einem erheblichen Blind-Pool-Risiko behaftet. Sein Erfolg hängt zudem fast ausschließlich von dem unternehmerischen Geschick der Geschäftsführung der Zielfonds ab.

Die laut Fondsprospekt angestrebte Rendite von 10 % p. a. (nach IRR-Methode) wurde nicht einmal ansatzweise erreicht. Die gezahlten Ausschüttungen bewegen sich im Promillebereich. Auf dem Zweitmarkt gibt es – soweit ersichtlich – keinerlei Kaufinteressenten für Anteile an diesem Fonds.

Die Banken, die die Anteile vertrieben haben (u. a. die Dresdner Bank), haben für den Vertrieb Vergütungen (Provisionen) erhalten. Der Fondsprospekt erwähnt zwar, dass es mehrere Vertriebspartner gab, die auch befugt waren, „Dritte“ mit dem Vertrieb zu beauftragen. Es bleibt aber offen, welche Vertriebspartner es gab und welche Dritten von diesen eingesetzt wurden. So kann der Prospekt auch nicht näher erläutern, welche Beteiligten welche konkreten Zahlungen aus welchen Quellen erhalten sollten.

Anleger, die auch nicht mündlich darüber aufgeklärt worden sind, dass Provisionen an die vermittelnden Banken geflossen sind, können sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu Kick-Back-Zahlungen von ihrer Beteiligung lösen. Gegen Rückübertragung des Fondsanteils erhalten die Anleger dann ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Sie sollten hierzu aber unbedingt den Rat von spezialisierten Anwälten einholen.

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Fragebogen ausfüllen oder uns auch über die Telefonnummer 0211 69002-60 direkt telefonisch kontaktieren.