MPC Sachwert Rendite-Fonds Österreich GmbH & Co. KG

Aktuelle Situation des Fonds/Hintergründe 

Der Fonds wurde im Jahre 2003 von der MPC Capital AG aus Hamburg aufgelegt und konnte zum 21.06.2004 geschlossen werden. Die Kapitalanleger beteiligten sich mit einer Mindestbeteiligungssumme von 20.000,00 € zzgl. 5 % Agio als Direktkommanditisten oder als Treugeber über die TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH. 

Die Fondsgesellschaft erwarb zunächst die Nimos Immobilien Projekt GmbH, die den Immobilienkomplex „Millenium City“ und „Millenium Tower“ in der Nähe des „Central Business“ Distrikts in Wien besaß. Der Immobilienkomplex besteht aus einem 50-stöckigen Bürogebäude und einem Einkaufs- und Entertainmentcenter. Die Gebäude waren bei Gründung des Fonds bereits fertig gestellt und teilweise – mit unterschiedlichen Laufzeiten - vermietet. Unternehmensgegenstand der Fondsgesellschaft war die weitere Vermietung der Büro- und Einzelhandelsflächen in dem gesamten Gebäudekomplex.

Der Fondsprospekt wirbt mit Ausschüttungen in Höhe von 7,0 % bis 7,5 %. Allerdings zeichnete sich schon im Jahre 2006 erstmals ab, dass die Ausschüttungen nicht ansteigen würden wie prospektiert. Im Jahre 2006 konnte nur eine Auszahlung in Höhe von 6,0 % geleistet werden. Bis 2009 fielen die Auszahlungen auf 4,0 %. Nach Angaben von MPC FundXchange auf der hauseigenen Internetseite entfielen die Auszahlungen in 02/2011 und 08/2011 wegen der Leerstände im Immobilienkomplex ganz.

Aktuell (Stand: 03.05.2012) erzielen  Fondsanteile an dem MPC Sachwert Rendite-Fonds Österreich am Zweitmarkt nur noch einen Kaufpreis in Höhe von 20,5 % ihres Nennwerts.

Keine Aufklärung über Kick-Back-Zahlungen 

Aus der uns vorliegenden Vorabinformation zum Verkaufsprospekt geht nur hervor, dass die MPC Münchmeyer Petersen Capital Vermittlung GmbH  für die „Akquisition des benötigten Eigenkapitals“ - also die Einwerbung von Kapital durch Beitritte von Anlegern - eine Vergütung in Höhe von € 10.125.000 sowie das von den Anlegern zu zahlende 5 %ige Agio erhalten sollte. Dabei handelt es sich schlicht gesagt um die Vergütung für den Vertrieb der Anteile. Die MPC Capital Investments GmbH (wie sich die MPC Capital Vermittlung GmbH  inzwischen nennt) hat den Vertrieb nach eigenen Angaben auf „externe Vertriebspartner“ delegiert, mit denen sie Vergütungsvereinbarungen geschlossen hat. Die MPC Capital Investments GmbH verweigert bislang aber die Auskunft über den Inhalt dieser Provisionsabsprachen und über die Höhe der gezahlten Vergütungen. Derzeit gehen wir davon aus, dass in den Vertrieb u. a. die Dresdner Bank (heute Commerzbank), die Berliner Bank und die Hamburger Sparkasse eingebunden waren. Diese Kreditinstitute haben für die Vermittlung der Anteile aller Wahrscheinlichkeit nach erhebliche Vergütungen erhalten.

Der Aspekt des Vertriebs der Beteiligungen über Banken ist für Anleger interessant. Denn bankgebundene Berater sind nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes verpflichtet, ihre Kunden darüber zu informieren, dass sie für die Vermittlung der Beteiligung eine Vergütung erhalten. Bekommt die Bank eine Vergütung aus den im Prospekt offen ausgewiesenen Vertriebskosten, ohne dass sie explizit als Empfänger aufgeführt wird, handelt es sich bei diesen Zahlungen um aufklärungspflichtige Rückvergütungen („Kick-Backs“). Eine Aufklärung über die Zahlung von Rückvergütungen an eine Bank dürfte sich nach unseren bisherigen Erfahrungen auch in dem Verkaufsprospekt des Sachwert Rendite-Fonds Österreich GmbH & Co. KG nicht finden. 

Den Anlegern, die die Fondsbeteiligung über einen Bankberater erworben haben, ohne dass sie über die Provisionszahlungen an die Bank aufgeklärt wurden, dürften daher Schadensersatzansprüche gegen die Bank zustehen.

Hinweis für Anleger

Die vorstehenden Informationen können eine ausführliche, auf den konkreten Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung nicht ersetzen. Falls Sie sich an dem Sachwert Rendite-Fonds Österreich GmbH & Co. KG beteiligt haben und Sie mit der Entwicklung des Fonds unzufrieden sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre Ausstiegsmöglichkeiten von einem spezialisierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen. 

Falls Sie nähere Informationen zu diesem Thema und zu unserer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei wünschen, kontaktieren Sie uns gern. Sie können hierzu unseren Fragebogen ausfüllen oder uns auch über die Telefonnummer 0211 69002-60 direkt telefonisch kontaktieren.